Süsswasserperlen unterscheiden sich von anderen Zuchtperlen dadurch, dass sie nicht mit einem Nukleus versehen werden. Stattdessen wird nur ein kleiner Schnitt im Gewebe vorgenommen, in den ein Gewebeteilchen einer anderen Muschel eingesetzt wird. Dieser Vorgang wird bis zu 25mal an jeder Hälfte der Muschel, u. a. Hyriopsis schlegelii (Martens, 1861) vorgenommen, sodass bis zu 50 Perlen entstehen können. Die Muscheln werden dann zurück in ihren Lebensraum im Süsswasser gesetzt und zwischen 2 und 6 Jahren gehegt. Die Perlen bestehen aus solidem Perlmutt, sind aber nur selten rund, da kein Nukleus eingepflanzt wurde, der die Form beeinflussen konnte. Die Muscheln sind auch viel leichter anzubauen. Ihre Sterberate ist deutlich niedriger als die der mit Nukleus bestückten. Außerdem werden Süßwassermuscheln viel seltener Opfer von Naturkatastrophen, wie Taifunen und Flutwellen, die Meerwasser-Perlenfarmen plagen.

Die meisten Süsswasserperlen kommen heutzutage aus China, nachdem Anfang der 60er Jahre des vorigen Jahrhunderts die ersten kernlosen Süßwasserzuchtperlen in den Handel kamen. Heute ist es möglich, annähernd runde Perlen bis zu 12 mm Größe mit feinem Lüster zu züchten. Dazu werden geerntete Perlen mit neuem Epithelmaterial ein zweites oder auch drittes Mal in eine Perlmuschel, wie Hyriopsis cumingii (Lea, 1852) eingepflanzt. In neuerer Zeit werden Süsswasserperlen auch mit Nukleus gezüchtet und sind der japanischen Salzwasserzuchtperle sehr ähnlich.

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